Markus Kniebes Journal urn:uuid:46b51c1373ec51ba1bc0e0c256f3ef85 2021-05-08T05:51:39 <![CDATA[Tagging für das Dateisystem]]> urn:uuid:7471 2006-03-09T17:42:00 Kiesow wirft da eine recht spannende Frage auf: Tagging für Dateien.

Da ich Tagging seit Erfindung des Alphabets für die beste Methode halte Inhalte flexibel zu strukturieren, fragt ich mich warum ich mir noch nie gewünscht habe Dateien per Tags und nicht mehr durch Verzeichnisstrukturen zu organisieren. Von Zeit zu Zeit nutze ich zwar die Keywords der Metadaten, die mit Spotlight in OS X Einzug gehalten haben, aber ich hatte nie das Verlangen auf das Dateisystem zu verzichten.

Wie sich bei der Kategorisierung von Inhalten die Frage die Frage ergibt ob Kategorien oder Tags oder gar beides, stellt sich bei Dateien analog die Frage ob Dateisystem, Tags oder beides im Einklang. Bei Inhalten bin ich mittlerweile der Überzeugung, daß entweder Tagging oder Kategorien ausreichend sind. Ich für meinen Teil, habe mich für’s Tagging entschieden.

Auf meinem Dateisystem sieht das allerdings ganz anders aus. Mit dem Erstellen von hierarchischen Dateisystemen verbinde ich als visuell denkender Mensch auch eine räumliche Organisation. Nicht umsonst haben sich Redewendung wie »durch ein Dateisystem navigieren« oder »in eine Verzeichnisstruktur hinuntergehen« etabliert. Tags befinden sich auf gleicher Ebene. Müsste ich meine Projekte und die damit anfallenden Daten mit Tags strukturieren, würde mir eine Umstellung sehr schwer fallen, da mein Denken fest an oben erwähnten räumliche Strukturen gewöhnt ist.
Tagging sehe ich für mich in Bezug auf Dateien lediglich als Ergänzung um Dateien verzeichnisübergreifend zu verbinden.

Bleibt die Frage offen, wie das jemand sieht, der weniger in einer solchen Struktur gefangen ist wie ich. Jemand, der evtl. noch nicht zuvor mit Computern zu tun hatte.
Aus meinen Erfahrungen mit Einsteigern aus GUI loser grauer Vorzeit ist das Verstehen von Verzeichnisstrukturen und den damit verbundenen Regeln für den Zugriff auf Dateien nicht immer ganz einfach gewesen.
So halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß der unvoreingenommene Nutzer auch gut mit diszipliniertem Tagging für Dateien zurecht kommt.

Ein Vorteil des Taggens sollte durchaus noch zur Sprache kommen. Eine Datei liegt erstmal nur an einem Ort. (Jetzt bitte nicht ln -s in den Raum rufen.) Aber von Zeit zu Zeit würde ich eine Datei schon gern an zwei Stellen sehen. Ohne sie zu kopieren. Ich mag es nicht zwei Originale zu haben 🙂 Bspw. teile ich einem Auftraggeber meine neue Steuernummer per Brief mit und lege das Dokument im entsprechenden Ordner für Korrespondenz mit dem Klienten ab. Allerdings würde sich das Dokument im Ordner für FA Scherereien gut machen. Mit ein paar passenden Tags wäre man da etwas flexibler.

Ach ja: Kennt evtl. jemand ein nettes Werkzeug mit GUI zur Massenbearbeitung der Metadaten?

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Markus Kniebes kniebes@pm.me