Markus Kniebes Journal urn:uuid:15fcd124e4f14fa07183ec60826927bc 2021-16-06T00:31:53 <![CDATA[Empirismus]]> urn:uuid:7029 2005-09-28T15:13:00 Vor ziemlich genau einem Monat, exakt auf meinem Geburtstag, habe ich eine Versuchsreihe gestartet, die ich mit diesem Bericht abschließen möchte.

Durch unser ganzes Berufsleben, und ich spreche an dieser Stelle gerade den Selbständigen an, begegnen uns immer wieder Frage, auf die uns spontagn keine entscheidende Antwort in den Sinn kommt. Burger King oder McDonald’s ist eine dieser Frage.

So habe ich die eine oder andere Mittagspause – das ist der Zeitraum, in dem ich mich vom Urlaub erhole – geopfet um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Als praktischer Mensch habe ich mich natürlich für einen empirischen Ansatz entschieden und besuchte an vier nicht aufeinanderfolgenden Tagen wechselweise die og. »Einrichtungen« in verschiedenen Städten. Ich wollte durch eine ungleichmäßige Verteilung einen möglichst repräsentativen Querschnitt erreichen.
Letztendlich setzte sich meine Beurtielung aus verschiedenen Kriterien zusammen, Geschmack der Cola, Konsistenz der Pommes, Würzigkeit der Burger im direkten Vergleich und natürlich das Ambiete, denn nur in adäquater Atmophäre kann man den kulinarischen Genüssen der amrikanische (the Country of Kultur und Verdammnis) Küche erliegen.

In Sachen Burger, Pommes und Cola hat Burger King die Nase sehr weit vorn, aber diese übel umgesetzte 60er Jahre Rock’n’Roll Atmosphäre läßt jeden Burger sehr fad schmecken. Eine Umgebung auf die ich nur zu gut verzichten kann. Ich kann mir nur eins vorstellen, was noch schlimmer sein könnte, eine gut umgesetzte 60er Jahre Rock’n’Roll Atmosphäre.

Ein klares Feindbild. Natürlich! Aber lieber Leser, lassen Sie mich das erklären. Meine ablehnende Haltung gegenüber Betties, Teds und solchem Gesocks, läßt sich auf ein Traumata aus meiner Schulzeit zurückführen.
Ich muß gestehen, in meiner Oberstufenzeit hatte ich für kurze Zeit Kontakt zu den falschen Leuten, die haben nicht gesoffen, nicht gekifft, aber gelernt und sich auf den Unterrricht vorbereitet. Demnach kann man sich evtl. vorstellen, daß solche Leute Ihre Abende an den Wochenenden auf völlig abartige Weise gestaltet haben. Unter anderem mit Themenabenden in einschlägig bekannten Tanzlokalen. Ja, auch die als vollständig garstig bewiesene Musik der 60er wurde dort einem teileweise noch minderjährigem Publikum zugänglich gemacht. Einige Besucher schreckten sogar vor monströs entstellenden Verkleidungen nicht zurück. Nachdem ich zu einem solchen Themenabend gezerrt wurde, hatte ich lange Zeit Angst überhaupt einen Zappelschuppen zu betreten. Erst als ich Monate später dicht wie tausend Elfen auf einem Industrialfestival im Zwischenfall aufgewacht bin, schien diese Phase überstanden zu sein.
Aber sie war ein Kracher im Bett, oder zumidenst was man in dem Alter für einen Kracher hält.

Vor diesem Hintergrund erscheint meine Empfehlung für die in Deutschen Städten bereits seit etlichen Jahren etablierte Dönerbude nur logisch.

]]>
Markus Kniebes kniebes@pm.me